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Physioswiss kämpft weiter für faire Tarife, für die Versorgung, für die Branche 

Physioswiss hat die nicht-repräsentativen Resultate der von swissODP in Auftrag gegebenen Sotomo-Befragung zur Kenntnis genommen. Die geäusserten Sorgen (ungenügende finanzielle Rahmenbedingungen, hoher administrativer Aufwand, fehlende politische Wertschätzung) sind bekannt und seit Jahren dokumentiert. Ihre eigentliche Ursache ist die seit langem ungenügend angepasste Vergütung, nicht die Tarifstruktur. Genau hier setzt Physioswiss an: Die neue, gemeinsam mit den Tarifpartnern eingereichte Tarifstruktur schafft die Grundlage für eine sachgerechte Vergütung. Sie löst die wirtschaftlichen Herausforderungen aber nicht. Deshalb kämpft Physioswiss für faire Taxpunktwerte in allen 26 Kantonen.

Stellungnahme DE

Der Bericht hält selbst fest, dass die Resultate nicht als repräsentativ gewertet werden können. Es handelt sich um eine offene, selbstselektive Online-Befragung mit selbstdeklarierter Berufszugehörigkeit, eingeladen über den Verein «faire-physio-tarife» und ergänzt durch Schneeball-Sampling.

Eine unabhängige Einordnung der Sotomo-Umfrage durch die Schweizerische Evaluationsgesellschaft (Seval) hält fest: «Die Methodik reicht nicht einmal aus, um ein valides Stimmungsbild abzugeben. Die Stichprobe ist selbstselektiert, die Mobilisierung erfolgte durch den Auftraggeber, und eine Verifikation der Berufszugehörigkeit oder Verbandsmitgliedschaft fand nicht statt.»

Die internationalen Berufsstandards der Markt- und Sozialforschung (ICC/ESOMAR-Kodex, SWISS INSIGHTS) verlangen, dass Auftraggeberschaft, Interessenlage und methodische Limitationen bei der Publikation transparent und prominent ausgewiesen werden – nicht nur im Methodikteil, sondern auch in Zusammenfassungen, Medienmitteilungen und Grafiken. Die nicht-repräsentativen Resultate dürfen nicht als Meinung «der Branche» oder «der Physiotherapeut:innen» dargestellt werden. Physioswiss hat diese Forderung bereits vor der Publikation schriftlich bei Sotomo platziert und wird die Kommunikation der Ergebnisse an diesen Massstäben messen.

Physioswiss legt Fokus auch weiterhin auf Vertretung der repräsentativen Interessen

Physioswiss nimmt die Bestrebungen zur Gründung eines weiteren Berufsverbandes aus dem Umfeld der Grosspraxen zur Kenntnis. Unser Fokus bleibt derweil unverändert: Als national anerkannter Berufsverband vertritt Physioswiss die Interessen von über 12’000 Mitgliedern – darunter selbstständige und angestellte Physiotherapeut:innen sowie Organisationen der Physiotherapie (OdP). Zudem setzt sich Physioswiss für die Anliegen der Physiotherapie gegenüber Politik, Behörden und Versicherern ein. Wir sind überzeugt: Eine möglichst geeinte und starke Interessenvertretung schafft die besten Voraussetzungen, um die Anliegen der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten wirksam zu vertreten. Eine Zersplitterung der Interessenvertretung würde die Verhandlungsposition der gesamten Branche schwächen – genau dann, wenn die entscheidenden Taxpunktwert-Verfahren in den Kantonen laufen.

«Die Physiotherapie ist seit Jahren unterfinanziert. Eine Folge davon ist, dass Praxen schliessen, wenn sich nichts in der Vergütung ändert. Das kann und darf nicht die Antwort eines Gesundheitssystems sein, das auf Versorgung angewiesen ist. Dreissig Jahre Stillstand bei den Tarifen, während die Kosten gestiegen sind – das ist nicht tragbar. Darum kämpfen wir für faire Taxpunktwerte in allen 26 Kantonen. Die Kantone haben jetzt die Verantwortung. Wir werden nicht lockerlassen, bis die Vergütung die Realität abbildet.» 
Mirjam Stauffer, Präsidentin Physioswiss 

In diesem Sinne hat Physioswiss den bestehenden Dialog mit grösseren Praxen bereits institutionalisiert: Mit der Gründung der IG Grosspraxen werden die Bedürfnisse grosser Betriebe verbindlich in die Verbandsarbeit eingebunden.

Physioswiss bleibt dran

Physioswiss hat seine Mitglieder mit Webinaren, Newslettern, einem Handbuch sowie regionalen Auftritten aktiv über die neue Tarifstruktur informiert. Zudem können sich Physiotherapeut:innen ab sofort für Schulungen zur neuen Tarifstruktur KVG anmelden. Solche Informationsangebote bleiben auch weiterhin bestehen.

«Über 45’000 Menschen haben unsere Petition unterschrieben. Das ist kein Stimmungsbild – das ist ein politisches Signal. Die eigentliche Auseinandersetzung findet jetzt dort statt, wo die Tarife wirklich entschieden werden: in den 26 Kantonen. Genau dort kämpfen wir – mit Fakten, mit Ausdauer und mit der Branche im Rücken.» 
Osman Bešić, Geschäftsführer Physioswiss 

Zudem wurde Mitte Juni eine nationale Kampagne für faire Tarife lanciert – unter dem Slogan «100% geben. 70% bekommen. Finden Sie das gerecht?». Diese Kampagne macht auf eine Situation aufmerksam, die viele Physiotherapeut:innen seit Jahren beschäftigt: Die Vergütung deckt die Kosten nicht. Genau deshalb setzt sich Physioswiss für faire Taxpunktwerte in allen 26 Kantonen ein.

Physioswiss ist und bleibt der anerkannte Tarifpartner der Physiotherapie und wird den Dialog mit den Kantonalverbänden und den Mitgliedern weiterführen.

Hintergrund: Neue Tarifstruktur

Im April 2026 reichten Physioswiss, H+ und prio.swiss eine neue Tarifstruktur beim Bundesrat ein. Sie ersetzt ein rund 30 Jahre altes System durch einen zeitbasierten Einzelleistungstarif im 5-Minuten-Takt. Die neue Struktur schafft Transparenz, mehr Verantwortung und Raum für eine moderne Physiotherapie. Da die Tarifpartner sich auf die Taxpunktwerte nicht einigen konnten, werden diese nun in kantonalen Festsetzungsverfahren bestimmt. Physioswiss führt diese Verfahren aktiv in allen 26 Kantonen.

Kontakt

Osman Bešić
Geschäftsführer Physioswiss
osman.besic@physioswiss.ch
+41 58 255 36 06

Medienmitteilung zum Downloaden

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