Kurz und bündig
Das Fokusthema dieser Ausgabe: Clinical Reasoning
Erinnern Sie sich noch an die erste Physioactive-Ausgabe in der neuen Aufmachung? Das ist nun genau drei Jahre her. «Wissensvermittlung» lautete das Fokusthema.
Damals dachte ich nicht darüber nach, wie viel ich durch das Schreiben und Redigieren der Physioactive-Artikel selbst lernen würde. Im Interview mit Stefan Zuber und Stefan Schiller über den Unterricht zu Clinical Reasoning (CR) für diese Ausgabe wurde mir bewusst, wie viel Wissen ich mir während meiner Zeit bei Physioswiss angeeignet habe. Physiotherapeutische Abkürzungen sowie Behandlungsansätze oder Modelle sind für mich als Nicht-Physiotherapeutin heute selbstverständlich. Das erleichtert mir zum Beispiel die Interviewführung.
Diese Entwicklung erinnert an das, was auch im CR passiert: Erfahrene Kliniker:innen generieren Hypothesen über Mustererkennung – sie vergleichen aktuelle Patientensituationen unbewusst, schnell und automatisch mit gespeicherten Fallbeispielen. CR – das physiotherapeutische Denken – ist zwar ein unbewusster Prozess, aber aus dem Berufsalltag nicht wegzudenken. Deshalb haben wir es zum Fokusthema dieser Ausgabe gemacht. Wir gehen unter anderem der Frage nach, wie künstliche Intelligenz (KI) das CR unterstützen kann und zeigen, dass externe Diagnosen falsche Sicherheit geben und das klinische Denken unbemerkt lenken können.
In dieser Ausgabe geht es neben dem Denken auch um die Zukunft: Es gibt Neuigkeiten aus dem Projekt «Mitgliederkategorien», und Physioswiss-Präsidentin Mirjam Stauffer sowie Geschäftsführer Osman Bešić berichten über die neue Strategie 2026–2030 und die Ziele des Verbands.
Und ich nutze die letzten Zeilen dieses Editorials, um mich zu verabschieden: Dies ist meine letzte Ausgabe. Ab März widme ich mich einer neuen beruflichen Herausforderung. Vielen Dank an alle, die mir in diesen vier Jahren bei Physioswiss die Welt der Physiotherapie nähergebracht haben. Physiotherapie ist ein wertvoller Beruf und es hat mich sehr glücklich gemacht, diesen mit meinen Artikeln sichtbar zu machen. Wissensvermittlung funktioniert eben nicht nur in eine Richtung – ich habe mindestens genauso viel zurückbekommen.
Chefredaktorin
