Sturzprävention
Stürze sind die häufigste Ursache für Unfalltode und Spitalaufenthalte aufgrund von Verletzungen bei Menschen über 65 Jahren. Das muss nicht sein: Genau hier setzt die Physiotherapie an.
In der Schweiz ist das Ausmass dieses Phänomens besorgniserregend und nimmt stetig zu:
Personen über 65 Jahren stürzen in der Schweiz mindestens einmal pro Jahr. (BFU / HUG)
Todesfälle pro Jahr in der Schweiz sind auf Stürze zurückzuführen; über 90 % betreffen Personen über 65 Jahre. (Revue Hémisphères / UNIL / BFU)
jährliche Gesundheitskosten infolge von Stürzen in der Schweiz – ohne die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Folgekosten von CHF 14 Milliarden. (Revue Hémisphères / UNIL / BFU)
mehr Hospitalisierungen aufgrund von Stürzen zwischen 2019 und 2024 in Europa – der Trend verstärkt sich mit der demografischen Alterung. (Santé publique France, 2026 – ähnliche Entwicklung in der Schweiz)
Das Risiko, nach einem Sturz in ein Pflegeheim eintreten zu müssen, ist dreimal höher. (HUG Genf)
Die gute Nachricht: Ein gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining ist bis ins hohe Alter wirksam und kann das Sturzrisiko deutlich senken. Das ist unsere Aufgabe als Physiotherapeuten.
Für diese neuen Leistungen gemäss Art. 5 KLV gilt ab dem 01.07.2026 eines der beiden festgelegten Konzepte:
Wichtig: Für das «Parachute»-Programm ist keine zusätzliche Ausbildung erforderlich – jeder Physiotherapeut kann die Leistungen abrechnen. Für das «Ligue suisse»-Programm ist eine spezielle Ausbildung erforderlich.
Vom Arzt auf dem Rezept zu vermerkende Angabe: « Programm zur Sturzprävention»
Je nach Situation Ihres Patienten sind zwei Szenarien möglich:
Szenario A: Patient über 65 Jahre, der wegen einer anderen Erkrankung in Behandlung ist
Stellen Sie bei jeder Behandlung eines Patienten über 65 Jahren die Schlüsselfragen des Sturzfragebogens:
Falls Sie mindestens eine Frage mit «Ja» beantwortet haben, führen Sie die Vorsorgeuntersuchungen durch:
Sollten die Tests ein Sturzrisiko ergeben, wenden Sie sich an den behandelnden Arzt und bitten Sie ihn, auf dem Rezept Folgendes hinzuzufügen: « Programm zur Sturzprävention»
Dieser Vermerk reicht aus – die Versicherer verlangen keine bestimmte Formulierung.
Szenario B: Patient mit nachgewiesenem Sturzrisiko (direkte Konsultation)
Der Patient sucht direkt wegen eines Gleichgewichtsproblems auf oder ist bereits gestürzt. Das Vorgehen ist ab Schritt 2 identisch, ohne dass ein Screening durchgeführt wird.
| Phase | Contenu | Références et objectifs |
| Sitzung 1–3 | Umfassende Beurteilung + Heimbilanz + individuelles Programm | sturzanamnese_formular.pdf multifaktorielles assessment spitex.pdf bfu_3.159.01_Selbstständig bis ins hohe Alter – Wohnen, sich bewegen, mobil bleiben.pdf (Seiten 7-8-9) |
| Sitzung 4–7 | Krafttraining + Gleichgewicht + Gehen + Übungen für zu Hause | bfu_3.143.01_Bewegung hält mobil – Übungen für den Alltag.pdf bfu_3.175.01_Kräftig ins Alter – Lebensqualität dank Fitnesstraining.pdf bfu_5.624.01_Ihre Übungen für jeden Tag Trainingslevel standard – Übungsbooklet.pdf |
| Sitzung 8–9 | Abschlussbilanz + Vergleichstests + ärztlicher Bericht + Kursberatung | Fortschritte dokumentieren und Kontinuität sicherstellen |
Möglichkeit von 36 Sitzungen, sofern der Patient die Voraussetzungen erfüllt (nachgewiesener Bedarf).
Für den sofortigen Einstieg können Sie wie folgt vorgehen:
Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue Tarifpositionen für Leistungen im Bereich der Sturzprävention. Sie zielen darauf ab, die Arbeit von Physiotherapeuten bei sturzgefährdeten Personen besser anzuerkennen und zu würdigen.
Die Empfehlungen zur Umsetzung von Massnahmen zur Sturzprävention finden Sie unter dem untenstehenden Button.