Header

Suche

Page d'accueil Die letzten Posts Sturzprävention
Zurück zur Übersicht

Sturzprävention

ChatGPT Image 6 Juil. 2026, 16 29 01

Stürze sind die häufigste Ursache für Unfalltode und Spitalaufenthalte aufgrund von Verletzungen bei Menschen über 65 Jahren. Das muss nicht sein: Genau hier setzt die Physiotherapie an.

Warum es wichtig ist: die Zahlen

In der Schweiz ist das Ausmass dieses Phänomens besorgniserregend und nimmt stetig zu:


1 von 3

Personen über 65 Jahren stürzen in der Schweiz mindestens einmal pro Jahr. (BFU / HUG)

1’900

Todesfälle pro Jahr in der Schweiz sind auf Stürze zurückzuführen; über 90 % betreffen Personen über 65 Jahre. (Revue Hémisphères / UNIL / BFU)

CHF 1,8 Mrd.

jährliche Gesundheitskosten infolge von Stürzen in der Schweiz – ohne die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Folgekosten von CHF 14 Milliarden. (Revue Hémisphères / UNIL / BFU)

+20%

mehr Hospitalisierungen aufgrund von Stürzen zwischen 2019 und 2024 in Europa – der Trend verstärkt sich mit der demografischen Alterung. (Santé publique France, 2026 – ähnliche Entwicklung in der Schweiz)

×3

Das Risiko, nach einem Sturz in ein Pflegeheim eintreten zu müssen, ist dreimal höher. (HUG Genf)


Die gute Nachricht: Ein gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining ist bis ins hohe Alter wirksam und kann das Sturzrisiko deutlich senken. Das ist unsere Aufgabe als Physiotherapeuten.

Der Rahmen: was seit dem 01.07.2026 in Rechnung gestellt werden kann

Für diese neuen Leistungen gemäss Art. 5 KLV gilt ab dem 01.07.2026 eines der beiden festgelegten Konzepte:

  • Zwei anerkannte Programme: Parachute (BPA) und Schweizerische Rheumaliga
  • 9 Sitzungen individueller Physiotherapie, die von der Versicherung (auf ärztliche Verordnung hin) gemäss den Positionen 27002 und 27003 vergütet werden
  •  Es gibt 3 spezifische Abrechnungspositionen (27004 – 27005 – 27006): Erstellung eines Berichts, interprofessionelle Zusammenarbeit, Erstellung eines Programms für zu Hause
  • Abrechnung möglich im Pflegeheim, zu Hause (mit Hausrezept) und bis zu 36 Sitzungen
  • Die Beurteilung der Wohnsituation wird dringend empfohlen und kann einmalig unter der Position 27001 abgerechnet werden

Wichtig: Für das «Parachute»-Programm ist keine zusätzliche Ausbildung erforderlich – jeder Physiotherapeut kann die Leistungen abrechnen. Für das «Ligue suisse»-Programm ist eine spezielle Ausbildung erforderlich.

Vom Arzt auf dem Rezept zu vermerkende Angabe: « Programm zur Sturzprävention»

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So gehen Sie vor

Je nach Situation Ihres Patienten sind zwei Szenarien möglich:

Szenario A: Patient über 65 Jahre, der wegen einer anderen Erkrankung in Behandlung ist

Schritt 1: Systematisches Screening

Stellen Sie bei jeder Behandlung eines Patienten über 65 Jahren die Schlüsselfragen des Sturzfragebogens:

  • Sind Sie in den letzten 12 Monaten gestürzt?
  • Hast du Angst, zu fallen?
  • Fühlen Sie sich beim Gehen unsicher?

Schritt 2: Screening-Tests bei positivem Befund

Falls Sie mindestens eine Frage mit «Ja» beantwortet haben, führen Sie die Vorsorgeuntersuchungen durch:

  • TUG (Timed Up and Go)
  • 5× STS (5 × Sit to Stand)

Schritt 3 Risikobewertung

Sollten die Tests ein Sturzrisiko ergeben, wenden Sie sich an den behandelnden Arzt und bitten Sie ihn, auf dem Rezept Folgendes hinzuzufügen: « Programm zur Sturzprävention»

Dieser Vermerk reicht aus – die Versicherer verlangen keine bestimmte Formulierung.

Szenario B: Patient mit nachgewiesenem Sturzrisiko (direkte Konsultation)

Der Patient sucht direkt wegen eines Gleichgewichtsproblems auf oder ist bereits gestürzt. Das Vorgehen ist ab Schritt 2 identisch, ohne dass ein Screening durchgeführt wird.

Das Behandlungsprogramm: 9 Sitzungen

PhaseContenuRéférences et objectifs
Sitzung 1–3Umfassende Beurteilung + Heimbilanz + individuelles Programmsturzanamnese_formular.pdf

multifaktorielles assessment spitex.pdf

bfu_3.159.01_Selbstständig bis ins hohe Alter – Wohnen, sich bewegen, mobil bleiben.pdf (Seiten 7-8-9)
Sitzung 4–7Krafttraining + Gleichgewicht + Gehen + Übungen für zu Hausebfu_3.143.01_Bewegung hält mobil – Übungen für den Alltag.pdf

bfu_3.175.01_Kräftig ins Alter – Lebensqualität dank Fitnesstraining.pdf

bfu_5.624.01_Ihre Übungen für jeden Tag Trainingslevel standard – Übungsbooklet.pdf
Sitzung 8–9Abschlussbilanz + Vergleichstests + ärztlicher Bericht + KursberatungFortschritte dokumentieren und Kontinuität sicherstellen

Möglichkeit von 36 Sitzungen, sofern der Patient die Voraussetzungen erfüllt (nachgewiesener Bedarf).

Druckbare Materialien und direkte Links

Tests und Bewertungsinstrumente

Trainingsprogramme und Kurse

In der Praxis in Ihrer Praxis

Für den sofortigen Einstieg können Sie wie folgt vorgehen:

  1. Integrieren Sie die drei zentralen Screening-Fragen in die Erstbeurteilung aller Patientinnen und Patienten ab 65 Jahren.
  2. Bei einer positiven Antwort führen Sie den TUG sowie den 5×STS durch (Dauer: weniger als 5 Minuten).
  3. Wird ein Sturzrisiko festgestellt, kontaktieren Sie die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt, um eine Verordnung für ein Sturzpräventionsprogramm zu erhalten.
  4. Erstellen Sie anhand der BPA-Parachutes-Instrumente ein individuelles Programm mit 9 Sitzungen.
  5. Dokumentieren Sie die Ergebnisse der Eingangs- und Abschlusstests, um die Abrechnung und die Verlaufskontrolle zu begründen.
  6. Nach Abschluss der Sitzungen weisen Sie die Patientinnen und Patienten zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit an Kurse der Rheumaliga, von Pro Senectute oder Gleichgewicht in Bewegung weiter.

Neue Tarifklassen ab dem 1. Juli 2026

Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue Tarifpositionen für Leistungen im Bereich der Sturzprävention. Sie zielen darauf ab, die Arbeit von Physiotherapeuten bei sturzgefährdeten Personen besser anzuerkennen und zu würdigen.

Die Empfehlungen zur Umsetzung von Massnahmen zur Sturzprävention finden Sie unter dem untenstehenden Button.

Dokumente zum Herunterladen

Ähnliche Newsbeiträge