Elisabeth Rickenbach, Kantonsrätin Mitte/EVP | Part III
Hinweis: Die Archiv-Aufnahmen des Grossen Rates beziehen sich auf März 2025
Politischer Druck steigt, doch die Lösung bleibt aus
Im Grossen Rat wird deutlich: Dass die Physiotherapie überhaupt zum politischen Thema geworden ist, ist kein gutes Zeichen. Elisabeth Rickenbach macht klar, dass Handlungsbedarf besteht. Auch sie teilt die Einschätzung des Regierungsrats: Die geltende Tarifstruktur und der Taxpunktwert müssen überprüft werden. Ein System, das über 30 Jahre alt ist, kann die heutige Realität nicht mehr abbilden.
Ein System ohne Einigung und mit Folgen
Trotz jahrelanger Diskussionen ist es den Tarifpartnern nicht gelnugen, sich auf eine Revision zu einigen. Verhandlungen mit physioswiss und weiteren Akteuren sind gescheitert oder verlaufen zäh. Selbst erwartete Abschlüsse wurden verschoben.
Physiotherapie: zentral, wirksam und unter Druck
Dabei ist die Rolle der Physiotherapie unbestritten. Sie ist ein elementarer Bestandteil der medizinischen Grundversorgung. Kürzere Spitalaufenthalte und eine alternde Gesellschaft führen zu einem steigenden Bedarf. Gleichzeitig sind physiotherapeutische Leistungen nachweislich effizient, wirksam und kostengünstig.
Doch diese Entwicklung spiegelt sich nicht im Tarifsystem wider.
Die Realität in den Praxen wird ausgeblendet
Die Professionalisierung des Berufs ist gewollt, doch finanziell nicht hinterlegt. Im Gegenteil: Die Belastung steigt kontinuierlich. Rund 15 % der Arbeitszeit in einer Praxis werden heute nicht vergütet. Administrative Aufwände, Abklärungen mit Ärzt:innen und Versicherungen nehmen zu.
Gleichzeitig steigen die Kosten: Mieten, Infrastruktur, Löhne, Software, Technologische Lösungen, Qualitätsarbeit und Bewilligungen belasten die Betriebe zusätzlich. Kein Wunder, dass immer mehr Fachpersonen den Beruf verlassen.
Die Entscheidung rückt näher und liegt beim Kanton
Die Verhandlungen mit Versicherern und Tariforganisationen bleiben schwierig. Sollte bis zu den gesetzten Fristen keine Einigung erzielt werden, kommt es zu einem Tarifeingriff des Bundes. Gleichzeitig zeichnet sich ab: Auch bei den Taxpunktwerten droht eine Pattsituation.
In diesem Fall liegt die Verantwortung beim Regierungsrat.
Jetzt braucht es Mut zur Entscheidung
Die Mitte/EVP-Fraktion ermutigt den Regierungsrat klar, den Taxpunktwert an die aktuellen Herausforderungen anzupassen. Denn eines ist ebenso klar: Eine Anpassung würde keine Kostenexplosion auslösen. Die Physiotherapie macht gerade einmal rund 3,5 % der gesamten Gesundheitskosten aus, bei gleichzeitig nachgewiesenem Nutzen für Patient:innen und das Gesundheitssystem im Kanton.
Nicht handeln ist keine Option
Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die Probleme sind bekannt. Was jetzt zählt, ist der politische Wille, daraus Konsequenzen zu ziehen.
Physiotherapie stärkt das System wenn die Rahmenbedingungen stimmen
Damit sie diese Rolle weiterhin erfüllen kann, braucht es jetzt faire und zeitgemässe Lösungen.
#fürunserepatienten